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11x die Wahrheit

Damals, die Suchmaschinen und alte Häsinnen werden sich erinnern, so sie denn elefantisches Erinnerungsvermögen haben, schrub einst eine nach wie vor aktive Bloggerin, die auf den Namen Severine lauscht, einen Beitrag

In diesem Beitrag freute sie sich über einen verliehenen Award, den „Liebster Award“. Einer dieser klassischen Schneebälle, über die man sich freut, wenn sie einen treffen und das werfende Wesen im eigenen Herzen – oder der eigenen Leseliste hie und da – einen Platz hat. Was das mit mir zu tun hat?

Nun, sie bewarf mich damit! <3

So liegen hier elf Fragen auf der Suche nach Wahrheit, deren Antwort ich jetzt dann doch endlich mal gern gebe. Nebst der Wiederaufnahme des Schneeballsystems in der Hoffnung, dass aus dem virtuellen denn mal ein reeller werden kann. Die richtige Jahreszeit ist’s ja mittlerweile dafür. 🙂

1 – Was war die weiteste Reise Deines Lebens?

Geografisch war das Neuseeland – das erste Mal 2005, das zweite Mal 2007. Technisch gesehen die 2007er Version, da es mich nicht nur nach Picton, sondern bis nach Christchurch auf die Südinsel verschlug.

Herzenstechnisch war es die nicht enden wollende Fahrt von Ludwigsburg nach Göppingen, nachdem ich den Beschluss gefasst hatte, um die Hand meiner mittlerweile bald zehn Jahre Angetrauten anzuhalten.

2 – Deine aktuelle Lieblingsserie und warum?

Serientechnisch bin ich so hoffnungslos hinter dem Mond, dass ich quasi neu missioniert werden müsste… Also: Bei mir läuft gerade zur halbdutzendsten Wiederholung die erste Staffel der Gilmore Girls. Und wie es das Leben so mit sich bringt, ist der Blickwinkel jedesmal ein neuer: In diesem Durchlauf denke ich mir mehr WTFs als je zuvor für all das angesprochene und nicht angesprochene Herrschafts- und Hierarchiegehabe, das sich in den Szenen findet.

Allein weil’s nach wie vor meine Lieblingsserie ist, hab ich das – mir zuliebe – noch nicht im Detail zerpflückt und angeprangert.

3 – Was bringt Dich zum Ausflippen?

Ich bin geneigt, auf meine Selbstkartografierung zu verweisen, pick mir aber mal das aktuell markanteste heraus: Ungleichwertigkeit, besonders aufgrund des eben erwähnten: Machtgehabe. Krieg ich Pickel, Puls und Betriebstemperatur.

4 – Was möchtest Du mit 80 Jahren sagen können? „Toll, habe ich 2015 XYZ gemacht“

„Ich habe gelebt! Erfahrungen gesammelt, gute wie schlechte, ohne emotional die Handbremse walten zu lassen.“ Und auch mit 80 will ich noch sagen können: „Geh und mach. Wie ist nicht wichtig. Dein Herz weiß längst was, dein Kopf kann dir beim ‚wie‘ helfen.“

Wenn’s geht, aus vollem Herzen, ohne Angst, mit Zuversicht und Vertrauen. Egal, wer da gerade vor mir steht. Das wär’s. Lest ihr mir diesen Blogpost vor, wenn ich’s bis da hin schaffe? 😉

5 – Was gefällt Dir an Deinem Partner besonders?

Die Leidenschaft, mit der sie alles in ihrem Leben angeht – oder eben meidet. Und auch das gehört ja dazu, Prokrastinieren gibt’s nicht ohne Grund als Vokabel. 😉

6 – Was liest Du aktuell?

Zuletzt war es Stéphane Hessel mit „Empört euch!“, das ich – Juna sei Dank – endlich mal genießen durfte.

Als nächstes steht das bereits in den Regalen trippelnd wartende „Willkommen im Meer“ von Kai-Eric Fitzner auf der Liste. (Wenn ihr es noch nicht kennen solltet: Aufmerksam geworden bin ich darauf über den lieben Johannes Korten, der mit #einbuchfuerkai ein sensationelles Unterstützungsprojekt angeworfen hat.)

7 – Womit bringen Dich Deine Kinder am schnellsten zum Lachen?

Mit ihren Interaktionen untereinander. Zwei Menschen, die sich zeitlos ihren augenblicklichen Wünschen hingeben und das auch eins zu eins so zum Ausdruck bringen – mit all den Mitteln, die nem Einjährigen und seiner dreijährigen Schwester halt so gegeben sind. 🙂

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8 – Was mochtest Du als Kind nicht essen und liebst/hasst es heute?

Von anno dazumals erhalten hat sich die Abneigung gegen den regelmäßigen Verzehr von Salzkartoffeln. Die gab’s in meiner Kindheit gefühlt sieben mal in der Woche. Das war genug für ein ganzes Leben…

Ebenfalls jagen konnte man mich in der bartlosen Zeit mit Spargel und Pilzen. Das hatte in beiden Fällen etwas mit der Konsistenz nach der Zubereitung zu tun, die Pilze gewannen jedoch lange Zeit den Ekel-Award aus einem psychologisch einfachen Übertragungsgrund: Beim Pilzesammeln, dem ich im zarten Altern von 6 beiwohnen musste (in dem Wald war echt alles interessanter, als nach irgendwas zu suchen, das komisch roch und wo die Erwachsenen beinahe jedesmal quaken „den nicht!“), begab es sich, dass ich dem biologischen Drang nachgab und mich erleichterte – weder wissend noch sehend, dass sich einen knappen Meter weiter ein Kuhzaun befand…

9 – Der beste Tipp, den Dir jemand mal gegeben hat?

Leb dein Leben. Lieb, wen immer du in dein Herz schließen kannst. Jeden Tag wieder.

10 – Hast Du eine Phobie?

Nö. Angst ist ein meiner Meinung nach schlechter Ratgeber. Ein gerüttelt Maß Adrenalin ist bei lebensbedrohlichen Situationen sicherlich nicht ungesund, aber wann steckst du schon mal darin? Und wie häufig sind Vorgesetzte, Behörden oder Spinnen tatsächlich darin involviert? 😉

11 – Das ausgeflippteste Hobby, das Du je betrieben hast?

Abfuhren sammeln. Tatsächlich war das Selbstvertrauen meines damals besten Freundes und mir – wir waren irgendwas zwischen 16 und 19 – so am Boden, dass wir uns einen Spaß daraus machten. Wir verglichen, wer von uns versuchte, den Kontakt zu einer auserwählten Angebeteten herzustellen. Meist waren es schon nonverbale Abfuhren wie genervtes Augenverdrehen oder der Abgang von der Tanzfläche der örtlichen Disko, wenn einer von uns allein durch Blicke versuchte, Interesse zu signalisieren. Das war natürlich weniger wert als die verbale Abfuhr auf Blickkontakt; die nächste Stufe war eine Abfuhr auf eine eigene, persönliche Ansprache.

Das funktionierte so lange, bis eines Tages eine zuerste genervte Probandin mich zur Rede stellte, warum ich sie so anstarre und sie ihren Verlobten holen solle und ich perplex gestand, dass ich sie nun mal faszinierend fände. So sehr, dass ich mich gar nicht trauen würde, sie anzusprechen, weil sie meiner Meinung nach „weit jenseits meiner Liga“ unterwegs sei.

Nach meiner Flucht ob dieses Geständnisses gewann ich das Wochenduell eindeutig. Bis „sie“ am Wochenende darauf plötzlich meinen Blickkontakt suchte und ich meinerseits die Flucht begann. Das endete schließlich darin, dass sie ihre Verlobung platzen ließ, was mich so umhaute, dass ich das „Hobby“ kurze Zeit später endgültig aufgab. Ebenso wie die Beziehung zu eben jener Angebeteten, was noch Jahre später Auswirkungen hatte… aber das ist nochmal ne eigene Geschichte, die mal die Kids in Papa’s Lebenslogbuch nachblättern können, wenn sie so weit sind. 😉

Das war’s!

Teil des Awards ist es, selbst 11 eigene Fragen zu formulieren und 11 Blogs zu nominieren. Hier also zuerst meine Fragen:

  1. Gibt es einen Menschen, dem du schon immer mal die Meinung sagen wolltest, es aber noch nie getan hast? Und wenn ja: warum?
  2. Was ist deiner Meinung nach der Weg zu einer zukunftsfähigen Welt?
  3. Unter allen Emotionen, die dir eigen sind: Welche ist deine schwierigste und wie versuchst du, sie in dein Leben zu integrieren?
  4. Das EINE Ding im Leben, das du anders machen würdest, wenn du die Zeit zurückdrehen könntest?
  5. Welcher Wesenszug des dir nächsten Menschen ist für dich die größte Herausforderung?
  6. Was ist für dich der Schlüssel zum Glück?
  7. Welche fünf Bücher sollte jeder Mensch gelesen haben?
  8. Was sind deine bisherigen Erfahrungen beim Treffen von Menschen, die du über das Internet kennengelernt hast?
  9. Gibt es Dinge, die du mit ins Grab nehmen wirst, weil niemand anderes sie kennt?
  10. Was nimmst du dir für’s nächste Leben vor?
  11. Wieviele Stunden bräuchte dein Tag, damit du alles unter bekommst, was du gern erledigen/erleben würdest?

Und dafür nominieren mag ich folgende Blogs und Menschen:

Ich bin gespannt auf eure Antworten! 🙂

Autor: steffen

Lebt. Liebt. Streitet.

24 Kommentare

    • Liebe Dr. Juna, ich habe dich – wie übrigens alle anderen auch – mit Bedacht in diese Liste der Nominierten aufgenommen. 😉
      Und es freut mich, dass du dich diesen Fragen stellen magst!

      (Daneben bin ich gespannt, ob es jemandem gelingt, die Komposition der Liste zu entschlüsseln, die ich wählte… 🙂 )

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      • So, jetzt wo ich die Fragen durch habe (und mir zur Komposition zwar so einiges eingefallen ist, aber ich doch sehr unsicher bin, ob das Intendierte dabei war ;)):

        Können wir – wir sind ja quasi unter uns – bei einer Anrede ohne Titel bleiben? Weil, eigentlich mag ich für Dich Juna bleiben. 🙂

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  1. Auch von meiner Seite ein herzliches Dankeschön für die Nominierung und die Fragen. Ich finde es toll, wenn es Bloggern auf diese Weise gelingt, sich noch mehr miteinander zu vernetzen. Persönliche Empfehlungen erweitern ja auch die eigene Filterblase und Perspektive. Ich bin noch gar nicht fertig mit Lesen und werde es hoffentlich auch so schnell nicht sein.

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...und was meinst du dazu?

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