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Freunde, Familie, fast völlig egal: Seltene Gäste – Ein Wochenende in Bildern

Als Familie mit zwei kleinen Kindern sind wir selten an Wochenenden “unterwegs” – also im Sinne der klassischen Saturdy Night. Fever geht ja gerne mal, dann aber eher eins, das nach Nurofen als Musik und Freunden ruft.
Aber diesmal war alles anders: Samstags waren wir zu einem tollen Abend bei Freunden eingeladen; parallel dazu waren erstmals Freunde von uns ganz klassisch als Babysitter bei uns – inklusive Zubettbringen. Ob das gut geht?

Der Samstag startet, wie seit der Eingewöhnung des Lütten in die KiTa jeder Tag: Irgendwann kurz nach sechs Uhr morgens. Da Anne zwischen den Kindern schläft (Papa – K2 – Mama – K1 – Wand), genießt sie die Liebe morgens zuerst: meist in Form einer Hüpfburg.

Latte Papa Ante Buxtehudas

Nach dem Frühstück mit den Kids pack ich letztere in den Wagen und starte Richtung Markt in der Nachbarstadt: Am Vorabend verputzten die Kinder – ohne Übertreibung – mehr als ein halbes Brot und zwei Drittel der Frischkäsevorräte vom Marktbesuch am Vortag. Parallel dazu brauchte die Dame des Hauses noch ein wenig Zeit, um das Gästezimmer bezugsfertig zu machen: Am Abend haben wir vor, uns bei Freunden bekochen zu lassen, während wir uns über die “Beute” der letzten Weinmesse austauschen wollen.

Wir düsen also mit der Bahn nach Buxtehude, römmeln über den Markt, durch die Drogerie, vorbei an jeder Menge potenziellen zweiten Frühstücken für den Nachwuchs: Süßkramstände, Südfrucht-Überhänge, Fruchtquetschie-Regale und Kuchen. Und die Kinder? Wollen einen Apfel. Und Wasser. <3

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Ich ordere mir nach dem Rundgang durch die Stadt einen wärmenden Latte Macchiato und ein Franzbrötchen (wer das nicht kennt: Fühl dich eingeladen zu eben jenem Setup!), denn die Außenbedingungen entsprechen dem wundervollsten Fast-Frühlingstag, den das Hamburger Umland zu bieten hat: Regen bei drei Grad, der schräg von der Seite kommt.

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Vor elf macht eine Rückkehr wenig Sinn, so ein wenig freie Zeit zum Wühlen wär schon schick. Wir sind denn auch erst ein wenig später zurück, um noch vor dem Wegnicken des Lütten was Essbares zuzubereiten: Die große Schwestern kocht mit Begeisterung die Soße mit, die sie kurz darauf vehement verweigert, weil sie nicht komplett stückchenbefreit ist… *seufz* Ein Hoch auf die Konditionierung durch die anderen KiTa-Kinder (und ja, das sage ich mit der Bestimmtheit, weil sie vor ihrer KiTa-Zeit einfach ALLES aß.)

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Der kleine Mann vernichtet also die Portion seiner Schwester und davor Teile seiner zuvor abgenommenen Nudeln pur, da er weit über seiner Zeit und entsprechend quängelnd war. Zwei Minuten nach der Ankunft in der Waagerechten schnorchelt er auch schon regelmäßig. Mir fällt das ja echt schwer, aber er hat in der KiTa in Nullzeit gelernt, ohne Körperkontakt einzuschlafen… vorher schlief er immer auf meinem Bauch liegend ein.

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Mein Mittag besteht aus den Resten getoasteten alten Brotes mit Olivenöl und Salz und noch einem Latte-Nachschlag, diesmal schaumlos, aber mit genügend Wachmachkrams in der Tasse.

Noch im Bild: Schnittblumen aus der Region, die K1 für die Mama aussuchte. Bisschen Zuneigung im innersten Familienkreis halt…

Während der kleine Mann oben friedlich schlummert, fiebert seine große Schwester dem Besuch entgegen: Nicht nur bringt Doro, eine Freundin der Familie (nebst ihrem Freund Patryk) den Lieblingskuchen der Kinder (Berliner, Pfannkuchen – die dicken runden Böbbels mit nem Schuss Marmelade halt) mit, nein: Sie kommt! Endlich wieder!

Als es schließlich an der Tür schellt, bricht das Kind wimmernd zusammen und flüchtet sich hysterisch kreischend und weinend in meine Arme:

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Das war wohl zu viel der Freude… ein paar Minuten später hat sich das wieder gelegt, geschickte Ablenkung sei Dank, und allen Anwesenden ist klar: Das war wohl ZU viel Vorfreude. Wir widmen uns den Mitbringseln und machen nebenher so etwas wie eine “Übergabe” – was läuft so beim Zubettbringen, wie das Abendessen, wo ist was? Die Kids setzen ihre eigenen Prioritäten, und die sind kristallzuckerbasiert.

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Der kleine Mann bugsiert neuerding nicht nur Besteck, sondern auch Stifte auf eine sehr…interessante Weise in seine linke Hand – um dann zart umständlich zu versuchen, wahlweise Bilder auf’s Papier oder eben Berliner in seinen Mund zu zaubern.

Saturday Night Classic Mode: On.

Wir verabschieden uns nahezu dramafrei von allen Vieren und brechen auf Richtung ersten Abend zu zweit auswärts, seit wir Eltern geworden sind. Zart aufgeregt und trotzdem freudig strahlend. Noch nicht mal richtig angekommen erreicht uns schon folgende Botschaft:

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Wir widmen uns glücklich den Freunden und dem Wein, immer noch zart auf’s Mobiltelefon lauschend, was den Rest des Abends still bleibt.

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Der Abend startet mit Muscheln, gefolgt von Primi Piatti, Carne und Dulce – und unser einbestellter Koch Alan (ja, englischer Name, aber der Rest sind italienische Wurzeln) betört uns wunderbarst. Der Vollständigkeit halber folgen die professionell von Anne in Szene gesetzten Gänge:

Der Abend war toll: Von dem nächsten gemeinsamen Treffen über die Ausgestaltung unseres zehnten Hochzeitstags bis zur Diskussion der Lage in Israel war alles mit dabei: Wertschätzung und Wein inklusive.

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Kurz nach zwei sind wir wieder zu viert vereint im Familienbett.

Wo sind gleich noch die Streichhölzer?

Der Sonntag startet, wie seit der Eingewöhnung des Lütten in die KiTa jeder Tag: Irgendwann kurz nach sechs Uhr morgens. (Ja, der Murmeltiertagstyle ist beabsichtigt.)

Ich starte mit dem Junior halb schlafend Richtung Bäcker, um uns und unseren sorgenfrei sittenden Freunden frisches Backwerk zu besorgen. Vielleicht wach ich bei der Gelgenheit auch wieder auf…

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Frühstück zu sechst, Frühstückseier, Kaffee, alles schick. Nur die Wachheit stellt sich nicht ein, dieses scheue Reh. Irgendwann kapituliere ich: K1 widmet sich gezielt ihren Gelüsten zum Erwerb der ersten Fremdsprache (heute: englisch)…

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…während K2 in gewohntem Charme die Schwachstellen der Wohnzimmereinrichtung aufdeckt und damit einen von uns zur Interaktion zwingt… das dokumentiere ich bereits aus der meinem Wachheitsstatus entsprechenden Perspektive.

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Ich weiß ja nicht, wie das anderen Eltern geht: Ich hab schon mal auf dem Boden geschlafen. Unweit des Fensters (von denen haben wir im Erdgeschoss fast nur bodentiefe und recht viele/große). Und ja, nicht nur einmal.

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Nachdem der kleine Mann seine Mittagsruhe mit nem halben Kilo Risotto im Bauch (für die fragenden Blicke: Im Normalfall koche ich am Wochenende. Weil’s mir Spaß macht und ich so langsam Gefallen daran finde. Jo.) genossen hat, spielen wir noch drei Runden im Haizimmer, die Kids preppen sich gegenseitig mit “Nasensprüh” Marke Fantasie.

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Erdbeerinchen Erdbeerfeee finalisiert den Tag nach dem Baden und Abendessen, und die Kinder sinken in Rekordzeit in die Traumwelt weg.

More to come

Das war das Wochenende: Parallel zum sächsischen Tatort tippe ich 1200+ Wörter, schlummere demnächst weg und freu mich auf unser nächstes Abenteuer. Gleich morgen.

Nigel Kennedy in der Laiszhalle. Diesmal wieder mit Babysittern aus der Familie. Einem Setup, das wir schon kennen.

Wer mehr Wochenenden sucht, gern mit Bildern: Susanne hat davon einiges auf ihrer Seite. 😉

Autor: steffen

Lebt. Liebt. Streitet.

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