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Wochenende in Bildern 17./18. Oktober – Intensivkurs Leben

Unglaublich kurz war’s, in Schlafstunden gemessen.
Unglaublich intensiv war’s, in Gesprächen gemessen.
Unglaublich vielseitig, in Themen gemessen.
Unglaublich Kraft spendend, in Verständnis gemessen.

Was ist passiert? Mo und Karl waren mit ihren Sprossen auf dem Weg zu uns. Wir hatten uns bereits im Vorfeld der Elternbloggerkonferenz #wubttika über dieses Twitter in regem Austausch befunden, und nachdem wir uns dort in diesem realen Leben über den Weg liefen und immer noch gegenseitig ertrugen, planten wir mehr oder weniger spontan ein beiderseitig gesamtfamiliäres Treffen.

Viermal Chaos

Zwei Kids von uns, zwei von ihnen, eine bunte Mischung, die – so viel zu den Konventionen – erst mal dahingehend den Samstag gestalteten, dass die Väter nebst der Gesamtbrut ausflugstechnisch nach Buxtehude huddelten, um nebenher auch noch die Einkäufe auf dem Markt zu erstehen, die die Abendplanung vervollständigen sollten. Was cool mit anzusehen war: Die des systematisch Laufens befähigten Kinder fassten sich an den Händen und trotteten zufrieden in die Stadt. So ein Quantum väterlichen Stolzes lag da schon in der Luft, dass das so reibungslos klappte.

Die der Brut initial Einlass in diese Welt gewährenden Muttertiere legten derweil eine lockere Nähsession ein. Was genau da passierte, hat die Holde in ihrem #WiB festgehalten.

 

Nachmittags stiebten Mo und ich mit den beiden großen Kids nochmal los, um das zu besorgen, was die vom Nachwuchs verzauberten Väter im Traumtanz durch die Buxtehuder Straßen vergessen haben. Business as usual also, und ich genieße egoistischerweise den nachmittäglichen Ausflug genauso sehr wie den vormittäglichen, um in Zweiergesprächen zu versinken. (Handreichungen in Richtung der Kids mal außen vor gelassen, da das Fleischbärchen seinem Namen alle Ehre macht und beim Einkauf lauthals den Besuch der Wursttheke einfordert, um sich carnivor Erfüllung zu verschaffen)

Acht sind schön, mehr sind noch schöner

Kurz nach sieben abends schließlich trudeln die ersten Gäste des einberufenen „Tweinabends 2015“ ein, einer illustren Runde von Freunden unterschiedlichster Alter und Interessen, die die gemeinsame Leidenschaft an gutem Essen und einer ausgeprägten Vinophilität eint. Doch nicht nur das: Während die elterlichen Vertreter des Hauses und der Gastfraktion die Kids in die Waagerechte befördern, belebt der Rest der Runde die Küche: Die Tapas des Abends werden frisch zubereitet und servierfertig gemacht, und ich komme mir ein wenig so vor, als lebte ich in einer großen, glücklich-heterogenen Kommune. Mi casa es su casa.

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Sieben Flaschen Wein und unglaublich vielseitige Gespräche später, so gegen halb vier, fand ich mich schließlich in der Nähe des friedlich schnarchenden Buben ein. Nur so viel: In den Diskussionen fanden sich keine oberflächlichen Themen ein. Also gar nicht. Das war so außergewöhnlich und tiefgründig, dass ich das am liebsten jedes Wochenende wiederholen würde. Rohstoffkreisläufe, Netzwerktheorie, Metaebenendiskussionen, Reflexion des eigenen Ichs und der eigenen Werte. Einfach. Nur. Wow.

Kinder und Ausschlafen

Vier zarte Falschgeldmenschen und vier Kinder finden sich am kommenden Morgen nacheinander in loser Reihenfolge zum Frühstück ein. Dem Schietwedder zum Trotz wollen wir mit den Kids auf ein Boot, um die Elbe zu erkunden – das ist nicht nur für unsere Junioren ein Happening, auch die Besuchskinder sind nicht täglich auf Wasserwegen unterwegs. Und, nicht zuletzt, wir haben in Hamburg ja sogar sowas etwas wie einen Strand: Mit der Fähre nach Finkenwerder erwischt man in Neumühlen ganz einfach ein wenig Sand an den Füßen.

 

Burgen haben wir zwar nicht gebaut, aber die Verweildauer war dem Abreiseprotest des Nachwuchses zufolge trotzdem wesentlich zu kurz. Im Gegensatz zu den zart schlafdefizitären Altvorderen trotzten die Kids dem Wetter wesentlich mehr Frohsinn ab, als es uns zu dem Zeitpunkt möglich war…

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Abends zurück zuhause, die Kinder erfolgreich ins Bett verlagert, wollten wir nach Freitag bis nachts nach zwei, samstags bis fast halb vier dieses Mal früher zu Bett: Wir genossen gemeinsam die letzte Flasche unseres Hochzeitsweins, zubereitet als Glühwein. Fast neun Jahre alt und so aromatisch wie eh und je. Einfach <3.

Ich geb’s zu: Wir sind wieder nicht vor zwei auseinander gegangen. So viel auszutauschen, so viele Erfahrungen, so viel Unbequemes. Und doch: So viel Kraft durch Verständnis, durch Zuhören, durch füreinander da sein. Karl, Mo: Selten sind mir Menschen so schnell so gründlich und vor allem in Stärke eines Familienverbands ans Herz gewachsen. Und ich freu mich riesig auf unser nächstes Wiedersehen noch in diesem Jahr.

It’s about the content

Der Sonntag endete also am Montag, so wie der Samstag bereits am Freitag begann – und irgendwie verschwommen die Grenzen zwischen dem, was der alltägliche Trott aus der Woche macht und dem, was alltäglich an besonderem passiert: So wenig Schlaf das Wochenende präsentierte, so viel Kraft, Energie, positive Gedanken und Lebensmut brachte es mit sich. Und manchmal braucht es nicht mal viele Bilder, um es zu beschreiben. Denn das Fantastische passiert im Kopf und im Herzen.

Für mehr Bilder von mehr Wochenenden findet ihr entweder bei mir ein, zwei Beiträge – oder bei Susanne ganz viele, dafür sogar vom gleichen. 😉

Autor: steffen

Lebt. Liebt. Streitet.

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