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Wochenende in Bildern 21./22. November – Phasenwechsel

Der Samstag startet himmlisch: Ich schlafe bis halb elf, Frühstück kommt ans Bett, die Sonne blinzelt durch das Geäst der Bäume. Die Kinder spielen friedlich zusammen im Kinderzimmer, und ich sinniere darüber, ob heute eher Kino oder Sauna auf dem Abendprogramm steht. Was für eine schwierige Frage!

Plötzlich ein Kinderschrei an meinem Ohr. Fleischbärchen hat für uns beschlossen, dass die Nacht und mein Traum ein jähes Ende in ihrem Freudenschrei finden, der als Wiedererkennungsritual für den aus dem Halbschlaf eumelden Bruder dient.

Den Satz „Das ist ein Schlafzimmer, das ist zum Schlafen da.“ quittiert sie ebenso freundlich bestätigend wie „Hier im Bett is Kuscheln und Schlafen, Toben passiert im Kinderzimmer.“ Und ignoriert sie ebenso konsequent eine Goldfischglasrundensequenz später.

Nix zu tun. Sort of.

Das erste nach einem gemächlichen Müslifrühstück, dass zwei Kaffee später funktioniert, ist die Mail an Susanne und Alu, mit unserer Anmeldung zur #BlogFamilia im Mai nächsten Jahres. Die ist erfreulicherweise genau nach der re:publica, zu der wir eh bereits in Berlin weilen wollen. (Wir sind sogar so furzkonservativ, dass die Übernachtung bereits steht.)

Im Prioritäten-Wusel des Haushalts stehen neben dem geplanten opulenten Essen Filznadeln hoch im Kurs. Also ab mit dem Zug ins nächste Örtchen, frisches Suppengrün vom Markt besorgen und den Bastelladen erleichtern.

Ja, ich fahre für Suppengrün los. Das hat einen Grund: Ich will zwar keine Suppe machen, wohl aber eine Ente.

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Diese Ente blockiert unter anderem den Abtransport der Tiefkühltruhe, deren Abholung wiederum eine Möglichkeit darstellt, wie wir unseren riesigen 2x1m-Büroglastisch los werden könnten, der weg muss, weil doch tatsächlich der neue, passende Bürotisch, den wir im April 2014(!) bestellt hatten, vor Kurzem ankam. Total logisch, oder?

Für Freunde kurzer Sätze: Wir haben St. Martin verpennt. Und Gans oder Ente – ehrlich: wer kann die kopf- und federlos unterscheiden…?

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Das Ding mundete am kompletten Wochenende ganz hervorragend – unter anderem wohl des marktfrischen Gemüses wegen (und vielleicht, weil der untrinkbare Dornfelder als hervorragender Saucenwein fungierte: Nur abgesiebt, angedickt, fertig: kein Nachwürzen. Hatte ich noch nie.)

Zwischendurch ein kurzes Update aus dem Kapitel „Oberlippenbärte kommen so schnell noch nicht wieder“, dem lieben #movember zuliebe:

Den Nachmittag verbrachten die Kids und ich in einer 30 Zentimeter starken Spielzeugschicht, deren Existenz wir gegen Ende der knapp 3 regen Spielstunden gemeinschaftlich verräumten (Ich weiß bis jetzt nicht, woher die Motivation für die halbe Stunde Räuming kam).

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Noch ein kurzes Metafoto vom Abendessen, bei dem wir der Waldorf-würdig geformten Butter (das Kind schmiert jetzt selbst, schließlich ist sie ja schon drei, also quasi erwachsen) ein doppeltes Erscheinen im WiB der Holden und bei mir versprachen – und dann ging’s wieder an die Tastatur.

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Phasenwechsel, die erste: Der Mammon

Mit einem geringfügigen Drogeneinsatz aus der legalen Schublade fertigte ich den ersten bezahlten Blogbeitrag an – abgesehen von der Schreibblockade der letzten Wochen hatte auch GLS netterweise unter Anregung der Pulsfrequenz dafür gesorgt, dass das zu testende Objekt erst vier Tage nach Ablauf der eigentlichen Lieferfrist für den Artikel zu mir fand. Sei’s drum: Mal sehen, ob’s der Agentur so missfällt, dass er morgen nicht live geht… 🙂

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Nix zu tun. Schon wieder.

Von wundervoller Eleganz getragene Novemberwochenenden haben es zueigen, dass man sich gelegentlich wie Bill Murray in diesem Kaff am Ende der Welt vorkommt. Und so ereignete es sich auch am Sonntag, dass der vom Fleischbärchen ins väterliche Ohr getragene Erweckungsschrei den Tag würdig eröffnete.

Das Frühstück erfuhr einen frühzeitigen Abbruch mit dem Hinweis, man müsse gaaanz unbedingt zwingend zum Spielplatz. Der erstrahlte in ebenso würdiger Eleganz wie Vaters Gesicht nach der sanften Erweckung: Faltig, eisig, nicht zu gebrauchen.

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Die Ambitionen, erkleckliche Wegstrecken unter Zuhilfenahme eigener Kraftreserven zurückzulegen, schwanden beim Fleischbärchen ebenso schnell wie Papas morgendliche Hoffnung, an die Vernunft des Kindes zu appellieren und doch das Kinderzimmer für Frühsportzwecke zu gebrauchen. Es war beiden – zu kalt.

Folglich: Stapeln.

Was bleibt: Das Haizimmer. Kleine Lesung für den Bruder, ein knappes halbes Dutzend Streits mit Schreierei, wer denn nun $beliebigesSpielzeug haben darf, und schon gab es den spätvormittaglichen Obstteller, den es drüben bei der Ästhetin zu bewundern gibt.

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Phasenwechsel, die Zweite: Winter

Weil graue Novembertage Scheiße sind und wir dank einsetzenden Schneefalls vom vormittäglichen Spaziergang fix zurück wollten, sangen Fleischbärchen und ich das einzige uns aktuell auf den Lippen liegende Winterlied mit dem Weißröckchen. Knappe dreihundertmal. Daraufhin ließ sich auch Frau Holle nicht lumpen und K2 erwachte aus seinem Mittagskoma augenreibend ob der Gartenausgestaltung. Winter ab Mitte November? Na gern doch!

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Phasenwechsel, die Dritte: oben eben

Die leidliche Erfahrung, dass die Farbe der Fußbodenfliesen dank solider Spielzeugdecke schlicht nicht ersichtlich ist, sammelten wir nicht nur im Spielzimmer. Das Wohnzimmer sieht auch gern mal so aus. Da selbst der Kleine Ajan inzwischen selbstständig die Treppe hoch und runter kommt und oben auch ein Kindergitter die Treppe sichert, beschlossen wir, unten nur noch rudimentär Spielzeug vorzuhalten: Bücher und Spielzeuggeschirr. Für alles andere geht’s nach oben und der Sesselplatz gehört der die Aufsicht im Halbschlaf wahrnehmenden Person.

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(Das war übrigens der Zustand nach zwei Minuten.) O-Ton Fleischbärchen zum Zeitpunkt der Bildaufnahme: „Das is ein Schweinestall hier.“ (Galt wohl allerdings der neuen Herberge des Spielzeughüpfschweins, dessen Batterien magischerweise kurz nach dessen Erscheinen bei uns verschwanden…)

Was bleibt: Wenn die Entropie nicht nach unten getragen werden kann, dann eben nach oben – frei nach dem Motto fand sich das einzige für’s Wohnzimmer zertifizierte Spielzeug in der Wanne wieder, um Kaffeetrinken endlich mal total realisitisch zu spielen: mit flüssig!

Was für ein gelungener Tagesabschluss.  Fehlt nur noch das hyper-end-ästhetische Abendessen mit vorbereiteten Schnittchen und Gesundkrams.

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So, wie es halt im normalen Leben aussieht.

Noch mehr Wochenenden in Bildern wie immer bei Susanne.

(PS: Und falls noch jemand n coolen riesigen Glasschreibtisch braucht, der mal einem weltbekannten Musiker gehörte: Schreibt mir, ich hab keinen Platz mehr für das Ding!)

Autor: steffen

Lebt. Liebt. Streitet.

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